Tango Argentino in Freiburg

Claudia GärtnerClaudia und der Tango

Tango trägt sie als eine Sehnsucht in ihrem Herzen, seit sie fühlen und denken kann. Als Geist erschien er ihr immer wieder in seinen tiefgreifenden Wandlungen. Sie konnte aber nur ahnen, was er überhaupt für sie sein könnte, dieser Tango aus Argentinien, doch fühlte sie in ihrem Herzen, dass sie ihm begegnen musste. Und so wurde er vor Jahren zu einer Entscheidung. Seit der ersten Stunde weiß sie: Tango ist Leben, Liebe, Hass, er ist alles. „Im Tango findest du immer etwas, das dein Leben porträtiert.“ Nicht nur aus diesem Grunde legt sie als DJ-ane den Tango auf, der eine Geschichte erzählen kann.

Claudia Gärtner-Rath bezaubert durch ihre Erscheinung seit 2008 die Tangoszene und die Milongas in Freiburg. „Die Stabilität ist wichtig. Begegnen sich die beiden Partner in ihrem gemeinsamen stabilen Punkt, kann ich entspannen und feiner auf die Einladung der Führung reagieren. Je klarer die Führung, desto schöner der gemeinsame Tanz. Mir gefällt es sehr, wenn es meinem Partner gelingt, mich zu begleiten, mir Räume zum Tanz zu öffnen und auf mich zu warten. Mich als Frau führte, als ob ich träumte.“ Der Tango braucht Zeit und verlangt die Rolle des Führenden. Im Moment präsent zu sein, die Musik und die Intention des Partners wahrzunehmen, zu spüren, wohin die Bewegung führt, dieses Tangogefühl vermittelt Claudia in ihrem Unterricht. Ein gesetzter Schritt bedeutet gleichzeitig die entsprechend genaue Positionierung des Partners. Je tiefer man in den Tango blickt, desto feiner wird der nonverbale Dialog. Es ist eine gemeinsame Einladung in der Umarmung.

Für diese Sensibilität empfänglich zu machen und ihr die tänzerische Technik zu verleihen, das ist Claudias Anliegen. „Im Tango begegnet dir immer ein Teil deiner selbst. Du begegnest deinen Zweifeln, deinen Sehnsüchten. Tango ist eine Sprache, man arbeitet mit dem Körper, dem Geist und der Seele an etwas Neuem, Fremden. Und so findet man immer etwas über sich selbst heraus. Ich möchte, dass die Tänzer stets verstehen, was sie da machen, denn nur daran kann man lernen. Einzelne Figuren einzuüben um sie dann abends irgendwann einmal während der Milonga abspulen zu können, das entspricht nicht meiner Vorstellung von Tango. Die feine Technik des Führenden und der Folgenden bis in die Fußspitzen zu vermitteln, das ist mir das Wichtige, so dass mit der Zeit eine Einheit als tanzendes Paar entstehen kann.“